Allgemein

Man stelle sich vor, jemand nimmt einen dicken, glühenden Nagel und rammt ihn in ein Auge. So kann man sich ungefähr die Schmerzen vorstellen, die durch Cluster Kopfschmerz hervorgerufen werden.

Als kleine Einführung lohnt es sich auch, das Bild auf der rechten Seite anzuschauen. Es ist nach einer Cluster-Attacke entstanden und beschreibt, wie ich den Schmerz erlebe. Ein Bild kann ja manchmal mehr sagen, als tausend Worte.

Cluster Kopfschmerz ist eine seltene Kopfschmerzform. Man bezeichnet ihn auch als primären Kopfschmerz1, weil er nicht ein Symptom ist, das durch eine andere Krankheit hervorgerufen wird. Die Besonderheit an Cluster Kopfschmerz ist, dass die einzelnen Attacken einerseits mit einer sehr starken Schmerzintensität und andererseits typischerweise mit gewissen Begleitsymptomen einhergehen, die man als autonome Symptome bezeichnet (zum Beispiel vermehrter Tränenfluss und eine laufende Nase auf der Seite der Attacke)1. Aus diesem Grund, also weil es einerseits zu einer Aktivierung des trigeminalen Systems kommt und andererseits zu einer Aktivierung des autonomen Nervensystems, wird Cluster Kopfschmerz auch als ein trigemino-autonomer Kopfschmerz bezeichnet4.

Im Vergleich zur Migräne, die zwischen 4 und 72 Stunden andauern kann, tritt Cluster Kopfschmerz eher in Form von verhältnismäßig "kurzen" Attacken auf, die typischerweise zwischen 15 Minuten und 180 Minuten andauern können und das in schlimmen Fällen bis zu 8 mal täglich2. Auch wenn 15 Minuten vielleicht kurz klingen mögen, so können einem selbst 15 Minuten dieser Kopfschmerzen das Leben zur Hölle machen. Cluster Kopfschmerz wird als einer der schlimmsten Schmerzen beschrieben, die Menschen haben können. Daher wird er auch als Suizid-Kopfschmerz bezeichnet3.

In den folgenden Unterkapiteln werden wir zunächst allgemein ergründen, was Cluster Kopfschmerz ist. Dabei werden wir die Symptome, die unterschiedlichen Formen von Cluster Kopfschmerz, Therapieoptionen und mögliche Auslösefaktoren kennenlernen. Zum Schluss "tauchen" wir auch ein bisschen in die Genetik ein, um zu schauen, ob Cluster Kopfschmerz auch an eine genetische Vorbelastung geknüpft sein kann.

 

Literatur- und Quellenangaben:

1. May, A. (2005): Cluster headache: pathogenesis, diagnosis and management. Lancet 2005; 366:843-55.

2. Schaible, H.-G., Ebersberger, A. (2002): Was passiert im Kopf? Migräne, Cluster- und Spannungskopfschmerz. Pharmazie in unserer Zeit (31. Jahrgang 2002, Nr. 5)

3. Siow, H. C., Pozo-Rosich, P., Silberstein S.D. (2004): Frovatriptan for the treatment of cluster headaches. Cephalgia 2004; 24:1045-1048.

4. May, A. (2003): Das trigeminovaskuläre System des Menschen. Nervenarzt 200; 74;1067-1077.