Pathophysiologie

In diesem Abschnitt widmen wir uns konkret der Frage, wie Cluster Kopfschmerz aus biologischer beziehungsweise medizinischer Sicht entstehen kann. An dieser Stelle muss natürlich angemerkt werden, dass man zwar zur Zeit schon einiges über Cluster Kopfschmerz weiß, aber noch keine konkrete, therapierbare Ursache für den Cluster Kopfschmerz identifizieren konnte. Man geht mittlerweile davon aus, dass Cluster Kopfschmerz aus einem Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren entsteht.

Ein Erklärungsmodell muss daher die folgenden, sehr charakteristischen Eigenschaften des Cluster Kopfschmerzes erklären:

  • Die extrem starken, einseitigen Schmerzen um das Auge herum
  • Die autonomen Begleitsymptome
  • Die uhrwerkartige Präzision der Attacken
  • Die tageszeitliche und jahreszeitliche Häufung der Attacken

Hierzu werden wir in den nächsten Unterkapiteln die unterschiedlichen Strukturen beleuchten, die bei Cluster Kopfschmerz eine Rolle zu spielen scheinen. Diese Strukturen tragen auf ersten Blick etwas komplizierte Namen- das soll uns aber nicht abschrecken. Wir werden uns in den folgenden Kapiteln zunächst allgemein mit dem Hypothalamus (der "Sitz der inneren Uhr"), dem Sinus cavernosus (ein Venenraum in der Hirnhaut oberhalb und hinter der Augenhöhle), den Nervus trigeminus (der Hauptgesichtsnerv) und dem PPT-Ganglion (ein Nervenbündel hinter dem Auge) beschäftigen. Anschließend werden wir dann überprüfen, welche Rolle diese Strukturen mit Hinblick auf den Cluster Kopfschmerz spielen und wie diese Strukturen eventuell in einem Zusammenspiel miteinander agieren könnten.