SPG-Stimulation

Die elektrische Stimulation des Ganglion sphenopalatinum bzw. pterygopalatinum stellt eine neuartige Therapieform des Cluster Kopfschmerzes dar. Im Unterkapitel Pathophysiologie habt ihr das SP Ganglion bereits anatomisch ein bisschen kennengelernt.

Das SP Ganglion spielt bereits sehr lange eine Rolle bei der Therapie von (Cluster) Kopfschmerz. Früher wurde es mit Lokalanästhetika behandelt und somit betäubt, um den Patienten kurzfristig eine Erleichterung von den Kopfschmerzen zu verschaffen1. Einen sehr ähnlichen, jedoch einfacher zu erreichenden Effekt, liefert die sogenannter SPG Neurostimulation2. Hierfür wird ein kleiner Neurostimulator (siehe Abbildung rechts) in die Fossa pterygopalatina (eine Höhle, in der das SP Ganglion sitzt, siehe Abbildung 1.1) auf der Seite des Kopfschmerzes implantiert.

Hierfür wird ein kleiner Schnitt im Zahnfleisch oberhalb des zweiten Backenzahns vorgenommen und der Neurostimulator von dort aus eingesetzt- von Außen sieht man also später nichts mehr. Anschließend wird der Neurostimulator noch mit 2-3 Schrauben am Oberkiefer fixiert, damit er nicht verrutschen kann3.

Bei der Neurostimulation bewirken, im Gegensatz zu chemischen Substanzen (wie beispielsweise lokale Betäubungsmittel), elektrische Ströme eine Art Betäubung des SP Ganglions. Im Falle einer Attacke hält man für ungefähr 10 Minuten eine Fernbedienung an die Wange und kann somit den zuvor implantierten Neurostimulator aktivieren2. Auf diese Weise können, im Idealfall, individuelle Kopfschmerzattacken gelindert bzw. gänzlich "ausgeschaltet" werden4.

Vor der OP wird eine Digitale Volumen Tomografie (DVT) des Schädels durchgeführt, um ein 3D Bild des Kiefers bzw. Schädels zu erstellen, damit der Eingriff besser geplant werden kann. Damit ihr euch das Ganze anatomisch besser vorstellen könnt, zeigen euch die folgenden DVT-Aufnahmen, die für die Planung meiner OP angefertigt wurden, wo der Neurostimulator im Rahmen der Implantation positioniert wird.

Abbildung 1.1: Fossa ptergygopalatina von lateral, Position des SP Ganglions eingekreist


Das nachfolgende Bild zeigt eine DVT-Aufnahme des äußeren Gesichtschädels von anterior-posterior. Das Kreuz zeigt, wo sich das SP Ganglion aus dieser Perspektive befindet.

Abbildung 1.2 DVT Aufnahme des äußeren Gesichtschädels von anterior-posterior

 

Dieser Artikel ist noch in Bearbeitung und wird demnächst ergänzt.

 

Literatur- Und Quellenangaben:

1. Website von ATI Technologies (2013): SPG Stimulation. (URL: http://www.ati-spg.com/europe/de/therapy/spg-stimulation/, zuletzt abgerufen am 15.04.2013)

2. Website von ATI Technologies (2013): ATI System. (URL: http://www.ati-spg.com/europe/de/therapy/ati-system/, zuletzt abgerufen am 15.04.2013)

3. Website von ATI Technologies (2013): Implantationsverfahren. (URL: http://www.ati-spg.com/europe/de/therapy/implant/, zuletzt abgerufen am 15.04.2014)

4. ATI Technologies (2012): ATI Neurostimulationssystem. (URL: http://www.ati-spg.com/europe/de/therapy/ati-system/ATI%20Physician%20Brochure%20(Deutsch%20M117-01).pdf, zuletzt abgerufen am 15.04.2013)

5. Schoenen, J., Jensen, R.H, Lanteri-Minet, M., JA Láinez, M., Gaul, C., Goodman, A.M., Caparso, A., May A. (2013): Stimulation of the sphenopalatine ganglion (SPG) for cluster headache treatment. Pathway CH-1: A randomized, sham-controlled study. Cephalgia 0(0) 1-15.

Bildmaterial:

6. Website von ATI Technologies (2013): Media Kit. (URL: http://www.ati-spg.com/europe/en/company/media-kit/, zuletzt abgerufen am 15.04.2013)

7. DVT Aufnahmen wurden freundlicherweise von der Uni-Klinik Hamburg-Eppenorf zur Verfügung gestellt